Themen & Texte

Die Texte aus dem Begleitbuch der CD „Wir sind schwanger“ von Detlev Jöcker habe ich verfasst und dürfen hier für euch zum schmökern zur Verfügung stehen.
Viel Spaß beim lesen!

Herzlichst Lisa Fischer

1. Wir sind schwanger
Manche Kinder sind Überraschungen und andere werden sehnsüchtig erwartet. So hat jeder Mensch eine individuelle Geschichte, und diese beginnt schon bei der Zeugung.
Eine Schwangerschaft bietet wie keine andere Phase im Leben eines Paares die Möglichkeit der Innenschau, sich mit seinem Leben, seinen Träumen und Erwartungen zu beschäftigen, als Vorbereitung auf die Geburt und als stabile Basis für eine Familie.
Es ist natürlich, sich in dieser Zeit mit essenziellen Lebensfragen auseinanderzusetzen. Das kann verunsichern, aber vielmehr steckt der Sinn dahinter, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, bevor das Kind da ist.
Freude wird freier empfunden, Probleme und Krisen werden gelassener angegangen. Schwangere sind oft voller Einfälle, wenn es um die Lösung eines Problems geht, und das stärkt ihr Selbstbewusstsein.

Diese Fragen können unterstützend sein:
Frau und Mann:
Wie geht es mir? Wie geht es mir mit der Schwangerschaft?
Gibt es Themen in unserer Partnerschaft, die zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, die der Alltag verschluckt?
Was für ein Alltagsritual passt zu uns, worin wir uns ganz bewusst Zeit nehmen für uns und unser Kind und um diesen besonderen Umstand zu genießen?
Was für Vorstellungen von einem guten Vater / einer guter Mutter hat mein Partner / meine Partnerin eigentlich?
Frau:
Wie kann ich meinem Kind in mir ein angenehmes Zuhause schaffen?
Wie kann mich mein Partner dabei unterstützen?

In einem kleinen Abschnitt der Strophe 3 wird etwas sehr Alltägliches aufgegriffen: „Was man so liest, was man so hört, was wird das mit mir machen?“ Schwangere (und auch frisch gebackene Mütter) sind sehr empfänglich für Informationen und Geschichten aller Art. In vielen Medien können diese Eindrücke sehr verzerrt sein und entsprechen nicht der Realität.
Es ist hilfreich, sich Informationen von kompetenter Stelle einzuholen, etwa im Gespräch mit einer Hebamme oder einem Arzt. Aber genauso wichtig ist es, sich auf sein gesundes Bauchgefühl zu verlassen. Manchmal wird gerade dieses geschwächt, wenn sich die Sinne zu sehr nach außen orientieren. Deshalb hilft es ungemein, nach innen zu schauen, Bedürfnisse zu erkennen und so die innere Mitte zu stärken.

2. Wie schön, dass du da bist
Ein neues Leben hat begonnen! Die erste Zeit nach dem positiven Schwangerschaftstest kann unterschiedlicher nicht sein, sehr häufig ein Wechselbad körperlicher Empfindungen.
Morgendliche Übelkeit, Geruchsempfindlichkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche wechseln sich ab mit energiegeladenen Schüben der Freude und Kreativität.
Aber egal wie ein Tag im ersten Drittel der Schwangerschaft auch ist, die kurzen Momente des Innehaltens, mit einer Hand auf dem noch nicht sichtbaren Babybauch, in dem das Wunder lebt, in sich hineinlächelnd mit dem Gedanken „Wie schön, dass du da bist!“, machen diese drei Monate sehr besonders.

3. Komm, wir schaffen das gemeinsam
Jeder kennt dieses große Fragezeichen – es steht einem etwas bevor, was man nicht kennt oder nie zuvor erlebt hat. „Mann“, aber auch „Frau“ wissen vorerst nicht, was sie im Kreißsaal erwartet und nach der Geburt daheim als Familie.
Informationen aus dem Geburtsvorbereitungskurs für die Geburt und für die Zeit danach nehmen die ersten Unsicherheiten.
Zudem ist es unerlässlich, sich als Paar gegenseitig Gefühle wie Ängste oder Freuden zu erzählen, es schafft Nähe.
Die werdenden Eltern wachsen in die Schwangerschaft hinein und zusammen, so wachsen sie auch in die Geburt und darüber hinaus ins Elternsein – gemeinsam!

4. Habt ihr schon einen Namen?
Die Namensfindung – manchmal weiß das Paar schon vor der Zeugung, wie es sein Kind nennen möchte. In vielen Familien wird in Namensbüchern geschmökert. Es gibt mehrere Namen in der engeren Auswahl oder in der Ahnenreihe fällt ein Name auf. Darüber wird dann nächtelang gebrütet.
Es kann erfahrungsgemäß sinnvoll sein, im Kreißsaal zwei oder drei Namen zur Auswahl zu haben. Wenn die Eltern ihr Kind zum ersten Mal sehen, steht rasch fest, welcher Name am besten passt. „Oh, schau mal, sie hat die Nase wie eine Lea!“
Das Kind hat sozusagen ein „Mitspracherecht“ in dieser oft schwierigen Angelegenheit der Namensfindung.

5. Gut, wenn du auf dein Essen schaust
Neben den wichtigen Hinweisen zur Ernährung in der Schwangerschaft, wie zum Beispiel keine Rohmilchprodukte, kein rohes Fleisch und kein rohenFisch zu essen und das Gemüse gründlich zu waschen, keinen Alkohol zu trinken, nicht zu rauchen, ist schlicht zu sagen: Je frischer und naturbelassener die Mahlzeiten zubereitet werden, desto besser. Der veraltete Klassiker wie „Frau isst jetzt für zwei“ ist zum Glück fast aus der Gesellschaft verschwunden.
Nie kann das Essen lustvoller und bewusster geschehen, wenn die werdende Mutter sich bewusst macht, ihr Kind wächst, gedeiht und bildet Millionen von Zellen aus der Nahrung, die sie zu sich nimmt.
Die Kinder nehmen die Geschmacksnuancen der Mahlzeiten durch das Fruchtwasser auf und prägen so ihr späteres Geschmacksempfinden. Dies zieht sich auch durch die Stillzeit hindurch.
Hinter dem Heißhunger auf etwas Bestimmtes kann ein erhöhter Bedarf einer Substanz stehen, wie Lust auf dunkle Schokolade einen Bedarf an Folsäure signalisieren kann.
Vorsicht mit Multi-Nahrungsergänzungsmitteln, diese ersetzen keine gesunde Vollwertkost. Bio-Lebensmittel sind nicht mit synthetischen Pestiziden behandelt und regional-saisonale Produkte sind gesünder für Mensch und Umwelt.

Tipps gegen das lästige Sodbrennen:
Fetthaltige Speisen, Süßigkeiten, Kaffee, scharfe Gewürze, Kohlensäure, Säfte und kalte Getränke vermeiden, öfters kleine Mahlzeiten essen, langsam kauen, zwei Stunden vor dem Schlafengehen nur eine leichte Mahlzeit einnehmen, den Oberkörper beim Schlafen etwas hoch lagern, auf den Nachttisch ein Glas Milch oder Zwieback stellen, was dann kurz nach dem Aufwachen gegessen werden kann, enzymhaltige Nahrungsmittel wie frisches Gemüse zu sich nehmen und zu dem Essen wenig Flüssigkeit trinken, eher zwischen den Mahlzeiten viel trinken.
Im Akutfall: (warme) Milch oder Kakao, geschälte Mandeln, frische Minzblätter kauen, Kartoffelsaft, trockenes Brot, Haselnüsse oder einen Teelöffel Senf essen.

6. Einfach sportlich mitgemacht / Paar-Geburtsvorbereitungskurs
Früher durften die Männer nicht mit in den Kreißsaal, heute ist es eine Besonderheit, wenn der Partner nicht dabei ist. Viele Männer wissen von Anfang an, dass sie sich dieses besondere Ereignis nicht entgehen lassen wollen. Manche fühlen sich unter Druck gesetzt.
Egal welche Gefühle ein Mann hegt, ist es sehr wertvoll, einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für die werdenden Mütter. Wenige wollen aus unterschiedlichen Gründen nicht, dass ihr Mann bei der Geburt dabei ist. Auch in diesem Fall kann der Geburtsvorbereitungskurs bei der Entscheidungsfindung helfen und beide Seiten können sich von Ängsten und Vorurteilen lösen.
Die Hebamme erklärt die Phasen der Geburt. Es werden Atem- und Entspannungsübungen nähergebracht, Gebärhaltungen geübt und Möglichkeiten aufgezeigt, damit die Frau ihren Wehenschmerz erleichtern kann. Der Partner erfährt, wie er seine gebärende Frau unterstützen kann, beispielsweise mit Massagen und durch seine ermutigende Anwesenheit. Fragen werden kompetent beantwortet und Problemlösungsansätze angeregt. Ein Austausch mit anderen werdenden Müttern und Vätern ist auch möglich. So merken beide: sie sind mit ihren Gedanken oder Unsicherheiten nicht alleine. Darüber hinaus werden die Bedürfnisse des Neugeborenen nähergebracht und noch vieles Weitere. Solch ein Kurs lohnt sich sehr!

7. Du atmest ein
Mit dem Atem zu entspannen, ist effektiv und tut gut. In der Schwangerschaft hat der Atem eine immense Bedeutung. Er ist das wichtigste Werkzeug unter der Geburt. Die bewusste Entspannung in den Wehenpausen ist eine wertvolle Quelle der Erholung. Sich darin zu üben ebnet den Weg zu einem positiven Geburtserlebnis. Der Frauenkörper erinnert sich während der Geburt auch besser an etwas Geübtes als an Theorie.
Die Einatmung versorgt die Körperzellen mit Sauerstoff. Unter der Geburt verbraucht die Gebärmutter, ein großer Muskel, sehr viel Sauerstoff. Das Baby hat außerdem eine äußerst aktive Rolle in den Stunden seiner Geburt und benötigt dafür auch viel Kraft, also Sauerstoff. Geht nun die tiefe Bauchatmung (im Geburtsvorbereitungskurs erlernt) Hand in Hand mit der Entspannung in den Wehenpausen, so schüttet der mütterliche Organismus Glückshormone, die sogenannten Endorphine aus, die bei der Mutter als körpereigene Schmerzmittel wirken. Sie verändern zudem die Zeitwahrnehmung für die Gebärende in positiver Weise. Die Babys bekommen auf diesem Weg von den Endorphinen auch eine große Portion mit, welche für sie von unschätzbarem Wert sind. Die noch ungeborenen Kinder können sich so gut auf die vielen Umstellungen nach der Geburt vorbereiten wie Herz-Kreislauf, Atmung, Erhaltung des Blutzuckerspiegels und der Temperatur.
Die Endorphine sind sozusagen das erste und größte Geburtstagsgeschenk der Mutter an ihr Kind. Wunderbar zu wissen, wie die Natur für uns sorgt.
Bei einem geplanten Kaiserschnitt und während einer Periduralnästhesie werden keine Endorphine ausgeschüttet. Wenn es keine medizinische Notwendigkeit für eine Periduralanästhesie oder einen Kaiserschnitt gibt, ist die natürliche Geburt für Mutter und Kind auf körperlicher und seelischer Ebene am gesündesten.

8. Bewege dich wie eine Schlange – Bewegung in der Schwangerschaft
Durch die Schwangerschaftshormone wird das Bindegewebe, besonders das des Beckens, zur Vorbereitung auf die Geburt nach etwa neun Monaten aufgelockert. Das muss die Skelettmuskulatur kompensieren und so können Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kreuzbeinbeschwerden und Ischiasprobleme auftreten.
Sanfte Bewegungen in dieser Zeit halten den Körper geschmeidig, lindern und beugen Rückenschmerzen vor und machen auch noch Spaß.
Wenn die Wirbelsäule stabil und gut beweglich ist, die Schultern locker sind, der Brustkorb gedehnt ist, sind das gute Voraussetzungen für eine effektive Atmung während des Gebärens und um Gebärhaltungen einzunehmen.
Sehr wichtig ist der Beckenboden. Spür- und Dehnübungen in der Schwangerschaft, ihn anzuspannen und wieder zu entspannen, helfen, das nötige Gefühl für diesen Muskel zu haben. Denn bei der Geburt gilt es, den Beckenboden locker zu lassen und das Kind hindurchzuschieben.
ABER: Bei Risikoschwangerschaften, Blutungen und/oder vorzeitigen Wehen bezüglich Sport und Bewegung bitte eine Hebamme oder einen Arzt fragen.

9. Ganz langsam
Achtsamkeit im Alltag, sich auf wichtige Dinge besinnen, kann für manche Schwangere nicht leicht sein, jeder Mensch hat Alltagsmuster. In diesem besonderen Umstand hat die Frau in der Regel eine gute Intuition, was sie leisten kann und was nicht.
Wenn körperlicher Stress die Intuition verzerrt, kann eine Reise durch den Körper helfen, zu entlasten, seine Bedürfnisse zu erkennen, um so sorgsamer mit sich umzugehen.
In einer Praxis der gelenkten Aufmerksamkeit wird jeder Körperteil besucht. Für Signale wie Verspannung oder einen subtilen Schmerz, die im Alltag oft ignoriert werden, wird sich Zeit genommen. In dem Körperteil wird ein Schwere- und Wärmegefühl erzeugt. Die Verspannung darf sich lösen, die Signale haben ihren Sinn erfüllt und der Körper wird besser wahrgenommen. Ähnlich wie beim autogenen Training.
Bei anhaltender Belastung, psychosozialem Stress oder Überforderung muss die Frau Entlastung durch Partner und Familie einfordern.
Bestehen Schmerzen oder Verspannungen trotz Entspannung, Wärme oder Massagen weiter, bitte eine Hebamme oder einen Arzt kontaktieren.

10. Lass uns auf die Reise gehen – Phantasiereisen
Während der Fantasiereisen können tiefe Entspannungszustände erreicht werden. Geistige Anspannung kann sich lösen und Gedankenspiralen werden unterbrochen. So kann ein besserer Zugang zu Bedürfnissen und Gefühlen gefunden werden. Die „Reisende“ kann sich alles in der Fantasie herbeiholen, womit sie am besten entspannt. Nicht selten kommen Bilder ins Bewusstsein, die den Alltag der werdenden Mutter bereichern.

11. Meine Finger streicheln – Bindung
Die letzten Monate der Zweisamkeit bewusst zu genießen und sich Zeit zu nehmen für Zärtlichkeit, stärkt die Partnerschaft, bevor sie sich in einer neuen Konstellation bewähren muss.
Kuscheln, sich gegenseitig massieren und streicheln entspannt das Gemüt und den Körper. Oft findet sich auch in solchen Momenten eine gute Ebene für klärende Gespräche.
Bei angenehmem Körperkontakt, zärtlichen Berührungen, Massagen, Sex und angenehmen Sinneswahrnehmungen wird das Hormon Oxytocin, auch Liebes-, Bindungs- oder Kuschelhormon genannt, ausgeschüttet. Es wird mit dem Gefühl des Vertrauens, der Ruhe und Liebe in Verbindung gebracht und hilft beim Stressabbau. Oxytocin wirkt außerdem unter der Geburt als Wehenhormon .. Es lässt die Muttermilch aus der Brust fließen und Säuglinge produzieren es nach dem Nuckeln. So stärkt es nicht nur das Band der Liebe zwischen den Partnern, sondern auch die Bindung von Mutter und Kind.
Ein schönes Ritual der Kontaktaufnahme zum Kind ist eine gemeinsame Bauchmassage mit einem für die Frau wohlriechenden Öl. Kinder genießen die Aufmerksamkeit und Berührung sehr. Sie reagieren je nach Charakter mit Bewegung oder wohliger Entspannung und schieben gern ihren Po oder ihren Kopf in die Richtung der massierenden Hände. WICHTIG: Keine Bauchmassage bei vorzeitigen Wehen und/oder Blutungen. Fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihren Arzt.
Also: Kontaktaufnahme durch Berührung lohnt sich für alle Beteiligten. Viel Spaß dabei!

12. Fühl doch mal …Gefühle der Mutter und des Ungeborenen Kindes
Nicht nur die Sinne der Eltern in Bezug auf den Babybauch intensivieren sich, auch innerhalb des Bauches ist viel Bewegung.
Der Kontakt zwischen Mutter und noch ungeborenem Kind wird mit dem Wachsen des Kindes intensiver. Nach den ersten spürbaren Bewegungen des Babys wird der zuerst gedankliche Kontakt zu einem spürbaren Wechselspiel.
Der Kontakt des Kindes zur Mutter ist viel komplexer. Wenn bei der Frau durch Freude Glückshormone oder durch Stress Stresshormone ausgeschüttet werden, finden diese den Weg über den Mutterkuchen und das Fruchtwasser zum Kind. Der Gefühlszustand der Mutter wirkt sich so auf das ungeborene Leben aus. Stress, der ein gesundes Maß überschreitet, sollten Schwangere, so gut es geht, vermeiden. Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft sehr gestresst waren, kommen häufig mit einem niedrigeren Geburtsgewicht zur Welt.
Die Wissenschaft sagt, es deute alles darauf hin, dass die Sinne des ungeborenen Kindes sich früher entwickeln, als wir es uns vorstellen können.
Die Berührungsempfindlichkeit beginnt schon in der sechsten Schwangerschaftswoche an den Lippen und dehnt sich im Laufe der Schwangerschaft über den ganzen Körper aus. Ab der zwölften Woche greifen und treten die Kinder, jedoch sehr zart. Die Frauen spüren dies beim ersten Kind zwischen der 17. und 20. Woche. Die Lichtempfindlichkeit wird schon ab der 13. Woche beobachtet. Ihre Augen können die Kinder schon ab der 16. Woche bewegen. Inwieweit sie sehen können, weiß man nicht. Etwa in der 24. Woche öffnen sie sie. Das Innenohr ist schon ab der ersten Woche angelegt und nach der 20. Woche ausgebildet. Um die 16. Woche kann das Kind schon von Geräuschen stimuliert oder gestresst werden. Ab der 28. Woche können sie Tonhöhen und Rhythmen unterscheiden, also auch, ob der Vater mit ihm spricht. Wenn die Hand den Mund findet, aus Zufall oder bewusst, weiß man nicht, beginnen die Kinder ab der 20. Woche zu saugen. Sie schlucken das Fruchtwasser und nehmen die verschiedenen Aromen des Tages um die 24. Woche wahr.
Die Haut im Brustwarzenvorhof der Mutter erzeugt einen fruchtwasserähnlichen Geruch. Manche Frauenärzte beobachten im Ultraschall, wie sich die Kinder an den Mutterkuchen kuscheln, er fühlt sich weich an, ähnlich wie die Brust. Nach der Geburt orientieren sich die Kinder an dem, was sie schon kennen, und finden die Brust auch manchmal alleine.

13. Ach wär’s doch endlich bald so weit …
Wie das Lied beschreibt wird es zum Ende der Schwangerschaft für viele Frauen beschwerlich. Die Natur läutet sehr geschickt einen wichtigen Lösungsprozess ein. So wird die baldige Geburt ersehnt, nach einer Zeit, in der viele Schwangere denken, sie könnten ewig schwanger sein.
Der Nestbautrieb kann noch mal stärker ausgeprägt sein. Aber bitte verausgaben Sie sich nicht. Oftmals sind die Nächte um den eigentlichen Geburtstag des Kindes nicht mit viel Schlaf gesegnet, da nachts in Ruhe die Reifungs- bzw. Übungswehen den Tiefschlaf stören können.
Es ist wichtig, in dieser Zeit Dinge zu tun, die gut tun. Stress sollte das Paar in jeglicher Form vermeiden, denn dieser kann einen Geburtsbeginn hemmen. Diese Phase kann eine Geduldsprobe vor der Elternschaft sein, die sich sehr lohnt, denn Geduld kann man als Eltern nie genug haben.
Manchmal kann es helfen, den Verwandten den genauen errechneten Geburtstermin nicht zu verraten, um unnötigen Telefonanrufen zu entgehen.
Alles in allem genießen Sie Ihren Bauch, bald haben Sie Ihren Schatz im Arm!

14. Du bist endlich da
In den ersten Momenten nach der Geburt wird das Neugeborene mit Wahrnehmung überschwemmt. Es fühlt sich deshalb am wohlsten, wenn es nackt auf der Brust der Mutter liegt. Dort kann es den vertrauten Herzschlag spüren und die Stimme der Mutter hören. Beide ruhen sich in dieser neuen Konstellation aus und bonden. Unter Bonding versteht man den Kontakt und die Liebesbereitschaft zum Kind.
Die Babys sind durch ihr Heranwachsen im Bauch der Mutter an feste Grenzen gewohnt. Sie fühlen sich sicher und geborgen, wenn sie getragen werden, denn das Tragen kommt dem Leben im Bauch sehr nahe. Praktisch kann dann ein Tragetuch oder ein Babytragesystem sein.
Gerade in den ersten Lebensmonaten, in denen die Babys unglaublich viel     Neues kennenlernen, stärkt es ihr Urvertrauen, wenn grundlegende Bedürfnisse wie körperliche Nähe und Aufmerksamkeit so oft, wie sie es brauchen, gestillt werden.
In der ersten Zeit daheim lernen die Eltern ihr Baby intensiv kennen.
Die Kommunikationsmöglichkeiten der Babys sind anfangs beschränkt, aber es dauert nicht lange, so nehmen die Eltern deutliche Nuancen des Schreiens und der Mimik wahr, was ihnen dabei hilft, das Bedürfnis des Babys genauer herauszufinden.
Auch ein frisch gebackenes Elternpaar findet sich in den neuen Rollen als Mutter und Vater neu und wächst in die schönste Herausforderung des Lebens, das Elternsein, hinein.